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Lucas Vis

Lucas Vis

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Lucas Vis ist ein gefragter Spezialist für zeitgenössische Musik. Der niederländische Dirigent arbeitete mit bedeutenden Komponisten wie John Cage, Mauricio Kagel, Karlheinz Stockhausen, Theo Loevendie, Louis Andriessen und vielen anderen zusammen und dirigierte zahlreiche Uraufführungen.

Seine musikalische Karriere begann Lucas Vis als Cellist. Nachdem er 1967 als Preisträger beim Dirigierkurs am Mozarteum hervortrat, entwickelte er sich mehr und mehr zum vielseitigen Dirigenten. Während seiner Assistenz bei Bruno Maderna (1967–1973) wurde ihm 1971 der Koussevitzky Tanglewood Compostion Prize verliehen.

Nach dreijähriger erfolgreicher Tätigkeit als Leiter des Nederlands Dans Orkest war Lucas Vis von 1979 bis 1983 Chefdirigent des Brabants Orkest und von 1988 bis 1996 Chefdirigent des Noordhollands Philharmonisch Orkest in Haarlem, wo er Werke unterschiedlichster Epochen präsentierte. Als Gast der Niederländischen Oper in Amsterdam leitete er neben Opern von Mozart, Puccini, Busoni, Maderna und Verdi zudem zahlreiche Uraufführungen niederländischer Komponisten wie Otto Ketting, Theo Loevendie und Guus Janssen.

Bis 1998 stand Lucas Vis außerdem den Konservatorien in Maastricht und Tilburg als Künstlerischer Leiter vor. Von 1998 bis 2005 schließlich war er Direktor der Amsterdamer Musikhochschule und ist diesem Institut auch heute noch als Professor für Dirigieren verbunden. Daneben dirigiert Lucas Vis bis heute alle bedeutenden Orchester der Niederlande wie das Concertgebouw Orchester Amsterdam und das Residentie Orchester Den Haag sowie zahlreiche renommierte Orchester in England, Frankreich, Deutschland und Italien.

 

 

Thorsten Encke

Thorsten Encke

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1966 in Göttingen geboren, studierte Thorsten Encke zunächst Violoncello und Dirigieren in Hannover bei Friedrich-Jürgen Sellheim und Los Angeles bei Lynn Harrell, sammelte Erfahrungen auf allen Feldern der klassischen Musik und spielte als Solist, Kammer- und Orchestermusiker. 1999 entschied er sich für eine Zukunft als freier Musiker. Mit dem Gewinn des Wettbewerbs in Prades 2005 verlagerten sich Thorsten Enckes musikalische Aktivitäten mehr und mehr auf kompositorische Projekte und das Dirigieren. Seitdem erhält er zahlreiche Kompositionsaufträge. Seine Werke werden von Künstlern wie Paavo Järvi, Christian Tetzlaff, Sharon Kam, Isabelle Faust, Julian Steckel, dem Quartetto di Cremona, dem Stockholm Chamber Brass und vielen anderen international agierenden Musikern aufgeführt. Mitschnitte von Radio France Musique, vom Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur, dem Norddeutschen Rundfunk und Radio Bremen geben ein Bild von der Verbreitung seiner Musik.

Gemeinsam mit befreundeten Musikern gründete Thorsten Encke 2011 das Orchester musica assoluta. Als dessen Dirigent und künstlerischer Leiter engagiert er sich für neue Wege des Hörens und impulsgebende Konzerterlebnisse. Bekannt für seine unkonventionellen Auftritte und Programme hat sich das junge und vitale Ensemble innerhalb kürzester Zeit große Anerkennung und Begeisterung erspielt.

 

 

Rebecca Saunders

Rebecca Saunders

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Mit ihrer unverkennbaren und bemerkenswerten Klangsprache ist die in Berlin lebende britische Komponistin Rebecca Saunders eine der führenden internationalen Vertreterinnen ihrer Generation. 1967 in London geboren, studierte sie Komposition bei Nigel Osborne an der University of Edinburgh sowie bei Wolfgang Rihm an der Universität Karlsruhe. Saunders hegt ein großes Interesse an den plastischen und räumlichen Eigenschaften von organisierten Klängen. ›chroma I-XX‹ (2003 –2017), ›Stasis‹ und ›Stasis Kollektiv‹ (2011/16) sind sich ausdehnende räumliche Kollagen von bis zu 25 Kammermusikgruppen und Klangquellen, die in architektonisch extrem unterschiedlichen Räumen angeordnet sind. ›Insideout‹, eine 90-minütige Kollage für eine choreographierte Installation, die sie in Zusammenarbeit mit Sasha Waltz schuf, war ihr erstes Bühnenwerk und wurde weltweit über 100-mal aufgeführt. 2017 schrieb sie für das Ensemble Musikfabrik, Donatienne Michel-Dansac und Enno Poppe ›Yes‹, eine 80-minütige räumliche Kompositionsinstallation, die für die architektonisch außergewöhnlichen Räume der Berliner Philharmonie und der Kathedrale St. Eustache (Paris) konzipiert ist.

Seit 2013 schreibt Saunders eine Reihe von Solos und Duos für Künstler, mit denen sie schon viele Jahre eng zusammenarbeitet: ›Bite‹ (2016) für Bassflöte, ›Aether‹ (2016) Bassklarinettenduo, ›dust‹ (2017/18) für Perkussion, O (2017) für Sopran, ›hauch‹ (2018) für Violine [Auftragswerk für den ›Joseph Joachim Violinwettbewerb‹ 2018] und ›Flesh‹ (2017/18) für Akkordeon. Gleichzeitig hat sie ihr leidenschaftliches Interesse für konzertante Formen verfolgt und schrieb das Doppelkonzert für Perkussion ›Void‹ (2014), das Trompetenkonzert ›Alba‹ (2015) sowie ›Skin‹ (2016) und ›Yes‹ (2017), die beiden letzteren für Sopran und großes Ensemble. ›Alba‹ und ›Void‹ bilden den Abschluss eines Triptychons, zu dem auch das Violinkonzert ›Still‹ (2011) zählt. 2016 wurde ›Still‹ in erweiterter Fassung in Zusammenarbeit mit dem Choreographen Antonio Rúz, den Tänzern von Sasha Waltz & Guests, Carolin Widman, der Junge Deutsche Philharmonie und Sylvain Cambreling aufgeführt. 2018 wird ihr Kontrabasskonzert ›Fury II‹ in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern und von Emanuel Gat choreographiert aufgeführt werden.

Rebecca Saunders Musik wurde bereits von vielen renommierten Ensembles, Solisten und Orchestern gespielt und uraufgeführt, u.a. vom Ensemble Musikfabrik, Klangforum Wien, Ensemble Modern, Quatuor Diotima, Dal Niente, Asko|Schönberg, dem Arditti Quartett, Ensemble Resonanz, Ensemble Recherche, ICE, den Neuen Vocalsolisten, Ensemble Remix und den Sinfonieorchestern des SWR, WDR und der BBC.

Für ihre Kompositionen hat sie zahlreiche international renommierte Preise erhalten, darunter den Preis der Ernst von Siemens Stiftung, den ARD und BMW musica viva-Preis, den Paul-Hindemith-Preis, den Royal Philharmonic Society Award (2008 für ›Stirrings Still‹ und 2013 für ›Fletch‹) sowie den BASCA British Composer Award (2013 für ›Solitude‹ und 2016 für ›Alba‹), und den GEMA-Musikpreis für Instrumentalmusik. Des Weiteren wurde Saunders mit dem Hans und Gertrud Zender-Stiftungspreis und dem renommierten Mauricio-Kagel-Musikpreis ausgezeichnet, sowie 2017 mit dem BASCA Composer Award und einem RPS Award für ›Skin‹. Die CD ›…of waters making moan‹ des Akkordeonisten Teo Anzellotti, welche Saunders titelgebendes Stück enthält, gewann den Jahrespreis der Deutschen Schallplatten Kritik 2016.

Saunders ist eine gefragte Kompositionsdozentin und unterrichtet regelmäßig bei den Darmstädter Ferienkursen sowie an der Impuls Akademie in Graz. Seit 2011 ist sie Professorin für Komposition an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Sie ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste und der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden. Rebecca Saunders Musik wird seit 1997 bei der Edition Peters verlegt.