Noch Tage...

Vladimir Martynow

Geboren 1946 in Moskau, widmet sich Martynow nach seinen Kompositions- und Klavier-Examen am Moskauer Konservatorium zunächst der minimalistischen Komposition. Er beteiligt sich an Avantgarde-Festivals und arbeitet im Elektronikstudio des Skriabin-Museums. Mitte der 70er Jahre vollzieht Martynow einen radikalen Wandel von der strukturellen Ausgefeiltheit serieller Technik zur ›Neuen Einfachheit‹. »Pärt, Sylvestrov und ich entdeckten unabhängig voneinander den Schlüssel zur gleichen Zeit«, sagt Martynow. Auf der Suche nach der ›Musik des Volkes‹ bereist er Nord- und Zentralrussland, den nördlichen Kaukasus, Pamir und Tadschikistan. Was er findet, fegt alles ihm Bekannte vom Tisch.  In dieser Phase beginnt er auch in Bibliotheken nach Manuskripten zu stöbern, um die Tradition des alten russischen Chorgesangs rekonstruieren zu können. Er veröffentlicht mehrere Bücher zu diesem Thema und lehrt in dem Dreifaltigkeitskloster in Sergiev Possad (Zagorsk).

Martynow gilt als einer der führenden Komponisten der neuen russischen Avantgarde. Sein Werk stellt eine Ganzheit dar, in der die Traditionen von Ost und West, das Spirituelle und das Weltliche, die Volksmusik und die Avantgarde miteinander verschmelzen. (Stand 2000, Quelle: Vladimir Martynow)

 

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